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ÖKO - das Umweltmagazin zwischen Weser und Wiehen
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im Bürgerfunk von Radio Westfalica (auf 95,7 und 106,6)
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Erneuerbare Energien
* Einstieg in die Serie (Mai 2004)
* Windenergie (Juli 2004)
* Thermische Solarenergie (September 2004)
* Photovoltaik (Oktober 2004)
* Geothermie (November 2004)
* Biomasse (Januar 2005)
* Wasserkraft (März 2005)
* Blockheizkraftwerke (Mai 2005)
* Wärmepumpe (Juli 2005)
* Ökohaus (September 2005)
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Die Beiträge:
Einstieg in die Serie "Erneuerbare Energien" (von Jörn Schunk)
Wir alle nutzen Energie in vielfältiger Weise z.B. für warme Wohnungen, die Beleuchtung von Räumen oder für den Transport und die Produktion von Gütern. Jede diese Aktivitäten ist mit dem Umsatz von Energie verbunden.
Wir möchten Ihnen heute das Thema Energie etwas näher bringen. Darauf aufbauend stellen wir Ihnen dann in den nächsten Folgen unseres Ökomagazins die einzelnen erneuerbaren Energien vor. Sie werden die Windkraft, die Solarenergie und auch den Einsatz von Biomasse kennen lernen. Sie werden von innovativen neuen Techniken wie der Brennstoffzelle und den energiesparenden Einsatz alt bewährter Technologien wie der Kraft-Wärme-Kopplung hören.
Und was Sie vor allen Dingen hören werden ist Energie - und zwar pure Energie. Ohne Energie geht im Alltag des Homo technicus nichts mehr. Aber was ist nun eigentlich Energie ? Rein physikalisch betrachtet ist Energie die Fähigkeit Arbeit zu verrichten. Wenn z.B. ein Auto (Geräusch) durch seinen Motor (Geräusch) angetrieben wird, dann wird mech. Arbeit verrichtet - also Energie umgesetzt. Was heißt Energie umgesetzt ? Umgesetzt bedeutet, dass zumindest zum Teil, Energie von einer Form in eine andere
überführt werden kann. In unserem Autobeispiel ist das die chemische Energie, die durch Verbrennung des Benzins im Motor in Bewegungsenergie umgesetzt wird. Oder die Strahlenenergie des Sonnenlichts, die in einer Photovoltaikanlage in elektrische Energie umgewandelt wird. Nun, Energie kommt in den
unterschiedlichsten Formen vor. Z.B. als Wärmeenergie - die kennen wir von unserer Heizung -, als elektrische, chemische, mechanische oder Strahlungsenergie. Wichtig dabei ist - Energie ist kein Stoff!
Als Wärme ist Energie nämlich die ungeordnete Bewegung molekularer Teilchen, als elektrischer Strom die gerichtete Bewegung geladener Teilchen und als Strahlung einfach elektromagnetische Wellen.
Wenn Energie kein Stoff ist, wie verbrauchen wir sie dann ?
Man kann Energie weder erzeugen noch verbrauchen, sondern nur von einer der genannten Formen in eine andere überführen. In der Summe bleibt die Energiemenge also immer gleich. Was wir also als Energieverbrauch bezeichnen, ist die Überführung der Energie in eine Form, die für uns nicht mehr nutzbar ist. Z.B. wird die im Erdgas gebundene chemische Energie beim Verbrennen in Wärme - also Nutzwärme - umgewandelt. Diese Nutzwärme wird nach und nach an die Umgebung abgegeben und für unsere Zwecke als nutzlos
entwertet. Wir haben gerade gelernt, dass Energie nicht wirklich verbraucht oder erzeugt, sondern nur in eine für unsere Zwecke nutzbare Form überführt wird. Heutzutage decken wir unseren Bedarf an Nutzenergie zum überwiegenden Teil aus fossilen Energieträgern. Das sind Öl, Gas oder Kohle, die sich in Jahrmillionen auf der Erde gebildet haben und von uns in nur wenigen Jahrzehnten aufgebraucht werden.
Nun ja, in riesigen Kraftwerken wird z. B. aus der sogenannten Primärenergie Kohle - das ist der Rohstoff - die Endenergie Strom gewonnen, um damit wiederum in einer Lampe Licht die so genannte Nutzenergie zu verwenden.
Die Nutzenergie ist in diesem Beispiel also Licht - und damit letztendlich der in der einem Kraftwerken aus Kohle gewonnene Teil der von uns genutzten Energie. Die jeweilige Umwandlung ist mit enormen Verlusten behaftet. So hat ein durchschnittliches Kraftwerk lediglich einen Wirkungsgrad von rd. 36%. Mit der klassischen Glühlampe setzen wir von diesen 36% nur 5% in die Nutzenergie Licht um. Leider kann der überwiegende Teil der von uns genutzten Energiepotentiale mit den heutigen technischen Mitteln
nicht in Nutzenergie umgewandelt werden und geht für unsere Bedürfnisse verloren. Da unsere fossilen Energieträger endlich, also irgendwann aufgebraucht sein werden, ist der sparsame Umgang und die Suche nach alternativen Energieformen von zentraler Bedeutung für die Zukunft unserer technisierten Welt.
Gibt es denn Alternativen? Z.B. die Kernenergie?
Neben dem Problem der Beseitigung des Strahlenmülls und der Gefährlichkeit der Radioaktivität ist auch die Kernenergie letztlich einer endlichen Nutzung unterworfen. Der Energieträger Uran, der die Voraussetzung zur Nutzung der Kernenergie darstellt, ist nämlich auch nicht unendlich verfügbar.
Und was ist mit den erneuerbaren Energiequellen?
Ihr Vorteil besteht darin, das sie nahezu alle ihren Ursprung in der Energie der Sonne haben und damit nach unseren Zeitmaßstäben fast unendlich zur Verfügung stehen. Sie verursachen weder Luftverschmutzungen wie den "sauren Regen" noch Veränderungen des Weltklimas. Auf Grund ihrer Potentiale können Sie einen wichtigen Beitrag für unsere zukünftige Energieversorgung leisten.
Dabei dürfen aber auch nicht die Nachteile wie geringe Energiedichte, Verfügbarkeit - der Wind weht schließlich nicht immer wenn man ihn benötigt - und der Flächenverbrauch außer acht gelassen werden.
Wir beginnen also eine Reihe in der wir ihnen in den nächsten Folgen des Ökomagazins nach und nach die einzelnen regenerativen Energieträger vorstellen werden. Wir wollen ihnen dabei die Vor- und Nachteile vor Augen führen und sie für das Thema Energie sensibilisieren. Und zum Schluss möchte ich sie noch auf eine Energieform aufmerksam machen, mit der die besten Erfolge um eine gesunde und gesicherte Zukunft erzielt werden können. Es handelt sich dabei um die -> Energieeinsparung! Jede nicht genutzte kWh Strom oder Wärme sichert die Nutzung von Energie für die Zukunft, schont die Umwelt und letztendlich auch ihren Geldbeutel. Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben und würden uns freuen, Sie zu unserem nächsten Ökomagazin begrüßen zu können, in dem wir uns dann mit dem Thema Windenergie beschäftigen werden.
Windenergie (von Jörn Schunk)
Die Windmühlen des Landkreises Minden-Lübbecke stellten früher eine sehr wichtige wirtschaftliche Grundlage unserer Vorfahren dar. Immerhin waren noch im 19. Jahrhundert über 20.000 dieser Anlagen in Deutschland in Betrieb. Man nutzte den Wind, um mechanische Energie zu gewinnen. In den USA wurden z. B. in der Mitte des 19. Jahrhunderts über 6 Millionen so genannte "Westernmills" zum Pumpen von Grundwasser eingesetzt. Erst mit der Erfindung der Dampfmaschine trat dann der weltweite Niedergang
der Windkraftnutzung ein. Mit der Ölkrise in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts änderte sich dieses Bild wieder schlagartig. Auf einmal begannen einige Staaten mit günstigen Steuergesetzen die Windkraftnutzung wieder zu fördern. Schon in den 80er Jahren wurden mehrere tausend Windkraftanlagen in den USA errichtet. In Deutschland trat die entscheidende Wende mit dem Regierungswechsel 1998 ein. Mit dem so genannten Stromeinspeisegesetz wird dem Betreiber einer Windkraftanlage sowohl die
Stromabnahme, als auch eine Mindestvergütung garantiert. Das löste einen unglaublichen Boom aus, so dass mittlerweile über 15.000 Windkraftanlagen rund 5 % der deutschen Stromproduktion abdecken. Wie aber funktioniert das nun mit der Windkraft?
Sturmgeräusche
Die Sonneneinstrahlung erwärmt je nach Region die Erdoberfläche unterschiedlich stark. Das ist die Vorraussetzung für die Entstehung von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Und weil die Luft zum Ausgleich vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet strömt, entsteht "Wind"! Und im Gegensatz zu fossilen Energieträgern steht dieser nahezu unendlich zur Verfügung. Damit diese Windenergie genutzt werden kann, wird der Turm einer Windkraftanlage immer in den Wind gedreht, so dass die so genannten Rotorblätter in Bewegung geraten.
Über ein Getriebe wird dann ein Generator angetrieben, der wiederum den Strom erzeugt. Das entscheidende Kriterium ist dabei der so genannte Erzeugerpreis. Das ist nicht der Preis, den Sie für den Strom zahlen müssen, sondern der, den seine Erzeugung kostet. Und dabei ist der Windstrom immer noch deutlich teurer als Strom der aus fossilen Energieträgern gewonnen wird.
Damit sich das ändert, wird die Windkraft gefördert, so dass technischer Fortschritt und kostengünstigere Produktion von Windkraftanlagen in Zukunft den Preis weiter senken helfen. Kritiker führen neben dem höheren Erzeugerpreis die Verschandelung unserer Landschaft, Lärmbelästigung und Probleme durch Schattenwurf an. Das hat dazu geführt, dass sich viele Anwohner von Windparks mittlerweile vehement gegen die Windkraftnutzung aussprechen. Sie sehen, es gibt immer zwei Seiten einer Medaille.
Es ist also wichtig, einen geeigneten Ausgleich zwischen den einzelnen Interessensgruppen zu finden. Klar bleibt jedenfalls, dass die Windkraftnutzung nur ein Teil einer grundsätzlich veränderten Energiegewinnung in der Zukunft ist. Nach neuesten Prognosen liegt ihr Anteil bei der Stromerzeugung im Jahr 2015 bei rund 7 % und ist damit dann ziemlich ausgereizt. Weiter Informationen zu diesem Thema können sie auch im Internet unter www.windkraft.de oder www.windkraftgegner.de erhalten.
Thermische Solarenergie (von Jörn Schunk)
Auch unter den hiesigen klimatischen Bedingungen kann ein beträchtlicher Anteil unseres Energiebedarfs zur Warmwasser- und Raumwärmeversorgung durch die so genannte thermische Nutzung der Sonnenenergie gedeckt werden.
Was aber versteht man nun genau unter thermischer Sonnenenergienutzung?
Zwei O-Töne: Was verstehen Sie unter thermischer Solarenergienutzung?
Wie wir also gerade gehört haben, bedeutet der Begriff "thermisch" ..." die Wärme betreffend"!
Gemeint ist damit, dass die Wärmeenergie der Sonne genutzt wird. Alternativ gibt es auch noch die so genannte Photovoltaik. Dabei wird Sonnenlicht in elektr. Strom umgewandelt.
Bei der therm. Sonnenenergienutzung, mit der wir uns heute befassen, stehen uns dabei grundsätzlich zwei unterschiedliche Systeme zur Verfügung.
1. Die so genannten passiven Systeme. Das sind z. B. Fenster und Fassaden. Dabei wird die "Sonnenwärme", meist auf der Südseite eines Gebäudes, durch die Fenster oder sich erwärmende Bauteile wie das Mauerwerk eines Hauses, in das Innere des Gebäudes abgegeben. Wir alle kennen das, die Raumluft wird erwärmt! Teilweise muss im Sommer sogar verhindert werden, dass zusätzliches Sonnenlicht durch die Fenster dringt, weil die Hitze im Haus unangenehm werden kann.
Als zweites System der therm. Sonnenenergienutzung bezeichnen wir die "aktiven Solarsysteme". Hierbei wird die Wärme der Sonne zur Trinkwasser- bzw. neuerdings auch zur Heizungswassererwärmung aktiv genutzt.
Nach der folgenden Musik, wollen wir uns dann auch noch mit der Technik und den Potentialen der thermischen Sonnenenergienutzung befassen.
Gerade haben wir etwas über die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten der Sonnenenergie gelernt. Nun gehen wir ans Eingemachte und schauen uns die technischen Zusammenhänge etwas genauer an.
Das Grundprinzip ist recht einfach: Die Strahlen der Sonne treffen auch in unseren Breiten noch mit einer starken Intensität auf die Erdoberfläche. Mit Hilfe eines so genannten Sonnenkollektors, dass ist im Prinzip nichts weiter als eine schwarze Fläche auf der wasserführende Rohre montiert sind, wird die Sonnenstrahlung zur Erwärmung von Wasser in den besagten Rohren genutzt. Dieses warme Wasser wird mit Hilfe von Pumpen in einen Warmwasserspeicher transportiert, um es je nach Bedarf zum Duschen oder Waschen zu verwenden.
Die eingesetzten Verfahren bzw. der technische Aufwand der dabei betrieben wird, unterscheiden sich zum Teil erheblich. So wird z. B. versucht die Kollektoren, Rohre und Warmwasserspeicher auf unterschiedliche Art und Weise gut zu isolieren, damit möglichst wenig Wärme verloren geht.
Alle diese technischen Details hier näher zu erläutern würde leider unseren zeitlichen Rahmen sprengen. Wer allerdings weiterführende Informationen sucht, dem sei die Internetadresse www.solarserver.de empfohlen.
In Solaranlagen können nun sehr hohe Temperaturen entstehen. Um die Sonnenenergie richtig nutzen zu können werden diese Anlagen so ausgelegt, dass die Warmwasserversorgung eines Haushaltes im Sommer zu 100 % gedeckt werden kann. Da im Winter kein ausreichendes Sonnenwärmeangebot zu Verfügung steht, muss in dieser Zeit nachgeheizt werden.
Wer sich also für ein thermisches Solarsystem auf seinem Dach entscheiden sollte, kann davon ausgehen, sowohl etwas für die Umwelt, als auch für den eigenen Geldbeutel getan zu haben. Immerhin sind 50 - 80 % des Energieverbrauchs für die Warmwasserbereitung einzusparen. Und wenn zusätzliche Fördermittel gewährt werden, wird sich eine solche Investition schon in wenigen Jahren amortisiert haben.
Zum Schluss unseres heutigen Beitrags aus der Reihe "Erneuerbare Energien" möchte ich Sie noch auf unser nächstes Umweltmagazin aufmerksam machen, in dem wir uns dann mit dem Thema "Photovoltaik" beschäftigen werden.
Photovoltaik (von Jörn Schunk)
In unserer letzten Sendung aus der Reihe "Erneuerbare Energien" haben wir uns mit der thermischen Solartechnik befasst. Dabei ging darum, mit Hilfe von so genannten Sonnenkollektoren Warmwasser und Heizungswärme zu gewinnen.
Heute befassen wir uns mit einer anderen Form der regenerativen Energienutzung durch die Sonne - mit der Photovoltaik.
Was aber versteht man nun genau unter dem Begriff Photovoltaik?
Zwei O-Töne: Was verstehen Sie unter dem Begriff Photovoltaik?
Wie wir also gerade gehört haben handelt es sich bei der Photovoltaik um die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom.
Zugrunde liegt der photovoltaische Effekt der bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beobachtet, aber erst 1905 von Albert Einstein theoretisch erklärt werden konnte.
Zwei O-Töne: Wie glauben Sie, wird elektrischer Strom in Photovoltaikmodulen erzeugt?
Wie Sie gerade gehört haben, ist das mit dem photovoltaischen Effekt etwas komplizierter. Einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um elektromagnetische Strahlung so genannte Photonen, die von der Sonne abgegeben werden. Diese Photonen können in Halbleitermaterialien wie z. B. Silizium zeitweise Elektronen aus dem Atomverbund lösen. Und das bedeutet - es fließt elektrischer Strom.
Um nun die gewünschte elektrische Leistung zu erhalten, werden einfach mehrere Solarzellen zu Solarmodulen zusammengeschaltet.
Der Wirkungsgrad - also der Anteil des Sonnenlichtes, der in elektrischen Strom umgewandelt werden kann - liegt bei heutigen Solarmodulen zwischen 5 - 18 %. Allerdings sind unter Laborbedingungen bereits wesentlich bessere Wirkungsgrade erzielt worden.
Nach der nun folgenden Musik, wollen wir uns mit den Einsatzmöglichkeiten und den Potentialen der Photovoltaik beschäftigen.
Gerade haben wir etwas über die Technik der Photovoltaik gelernt. Nun wollen wir wissen, was sind eigentlich die Vorteile der Stromerzeugung durch Photovoltaikmodule?
Ein O-Ton: Was sind eigentlich die Vorteile der Stromerzeugung durch Photovoltaikmodule ?
Bereits in den fünfziger Jahren wurden die ersten Solarzellen in den USA entwickelt. Aber erst durch den Bedarf der Raumfahrt nach leichten, langlebigen und autarken Stromquellen setzte eine rasante Entwicklung dieser Technik ein.
Und genau das sind die enormen Vorteile der Photovoltaik! Solarmodule sind klein und leicht, sie sind mit einer Einsatzzeit von 20 -25 Jahren sehr langlebig und sie sind absolut autark - d. h. sie können an allen Orten auf der Welt wohin auch Sonnenlicht gelangt, sogar im Weltraum eingesetzt werden und benötigen keine kilometerlangen Kabelstrecken. Damit sind sie überall dort, wo keine ausgebaute energetische Infrastruktur besteht absolut konkurrenzlos.
So werden Photovoltaikanlagen vor allen Dingen an entlegenen Orten oder dort eingesetzt, wo die Installation eines elektrischen Anschlusses zu kostspielig ist. In abgelegenen Dörfern der "Dritten Welt", an Autobahnstrecken, in entfernten Bergregionen oder eben im Weltraum.
Eine weitere Möglichkeit des Einsatzes der Photovoltaik ist, die Anlagen netzgekoppelt zu betreiben. Das bedeutet, dass eine Photovoltaikanlage auf z. B. einem Hausdach installiert wird und den erzeugten Strom in das öffentliche Stromnetz einspeist.
Um diese Art der Nutzung zu unterstützen, hat die Bundesregierung mit dem so genannten Stromeinspeisegesetz eine deutliche Förderung der Photovoltaik eingeführt. So sind die Energieversorgungsunternehmen heute verpflichtet den Strom aus Photovoltaikanlagen dem Betreiber einer solchen Anlage abzukaufen. Dabei wird ein Preis bezahlt, der deutlich über dem üblichen Strompreis liegt. Die Energieversorger legen diese Kosten wieder auf die Allgemeinheit um.
Ein O-Ton: Warum, glauben Sie, muss die Stromerzeugung aus Photovoltaik noch so stark gefördert werden?
Genau das ist der Grund - die Erzeugung von Strom aus photovoltaischen Modulen ist immer noch erheblich teurer, als Strom aus fossilen Energieträger.
Deshalb hat der Gesetzgeber mit dem Stromeinspeisegesetz einen Mindestabnahmepreis bestimmt. Der Bau einer Photovoltaikanlage soll sich für den Betreiber lohnen, so dass die Herstellungskosten durch Massenproduktion stetig sinken können.
Ein O-Ton: Reicht die PV überhaupt aus, um die Welt mit ausreichend Energie zu versorgen?
Rein theoretisch würde die Sonnenstrahlung eines einzigen Tages um ein vielfaches ausreichen, um die Versorgung der Welt mit Energie zu decken. Leider sind die Kosten um diese Potentiale zu erschließen noch zu hoch. Es steht uns also noch ein weiter Weg bevor, um die Energieversorgung der Zukunft ökologisch und ökonomisch sinnvoll nutzen zu können. Wer weiterführende Informationen zu diesem Thema sucht, dem sei die Internetadresse www.solarserver.de empfohlen.
Zum Schluss unseres heutigen Beitrags aus der Reihe "Erneuerbare Energien" möchte ich Sie noch auf unser nächstes Umweltmagazin aufmerksam machen, in dem wir uns dann mit dem Thema "Geothermie" beschäftigen werden.
Geothermie (von Jörn Schunk)
Mit der Geothermie stellen wir Ihnen in unserer heutigen Ausgabe aus der Reihe "Erneuerbare Energien" erstmalig eine Technik vor, die nicht von der Sonneneinstrahlung direkt abhängig ist.
O-Ton: Was verstehen Sie unter Geothermie ?
Wir haben gerade gehört, dass mit Geothermie die Nutzung der Erdwärme gemeint ist. Aber was ist nun diese Erdwärme? Und woher stammt sie?
Wir leben auf der Erdoberfläche und bedenken häufig nicht, dass die Erdmasse zu etwas 99 % heißer als 1.000 °C und nur zu 0,1 % kälter als 100 °C ist. Diese Wärme des Erdinneren entstammt zu etwa 2/3 aus dem Zerfall natürlicher, radioaktiver Isotope wie z.B. Uran oder Kalium und zu etwas 1/3 aus der Wärmezufuhr des Erdkern. Die hier gespeicherte Wärme ist eine Folge der bei der Entstehung der Erde wirkenden Gravitationskräfte. So wird vermutet, dass der Erdkern zwischen 4.000 - 5.000 °C heiß ist.
Bergleuten ist das seit Jahrhunderten bekannt. Je tiefer man in das Innere der Erde vordringt, desto wärmer wird es. So nimmt die Temperatur in nicht vulkanischen Regionen normalerweise um ca. 3 °C pro 100 m Tiefe zu.
In so genannten "Hochtemperaturgebieten" - z.B. in vulkanisch aktiven Regionen, gelangt flüssiges, heißes Gestein aus dem Erdinneren in die Nähe oder bis ganz an die Oberfläche. Hier stehen noch weit höhere Temperaturen auch zur technischen Nutzung zur Verfügung.
Die Nutzung der Erdwärme durch den Menschen begann daher schon vor einigen tausend Jahren mit dem Baden in heißen Quellen. Im Vordergrund standen Reinigung, Gesundheit oder religiöse bzw. spirituelle Zwecke. Derartige Badetraditionen sind aus Neuseeland, Japan, China, von den Römern und Türken und sogar von einigen Nordamerikanischen Indianerstämmen bekannt.
Nach der folgenden Musik schauen wir uns einmal genauer an, wie die Erdwärme technisch genutzt und welchen Beitrag sie zur allgemeinen Energieversorgung leisten kann.
Gerade haben wir erfahren, dass wir auf einem ziemlich heißen Planeten leben und woher diese Erdwärme stammt.
O-Ton: Wie kann man nun aber diese Erdwärme technisch sinnvoll zu Energiegewinnung nutzen?
Ein Verfahren zur Nutzung der Erdwärme ist die so genannte hydrothermale Geothermie. Hierbei wir versucht, heiße Tiefenwässer an die Erdoberfläche zu fördern und die über einen Wärmetauscher gewonnene Wärme in ein Fernwärmenetz einzuspeisen. Das meist sehr salzhaltige Thermalwasser wird anschließend über ein etwas weiter entferntes zweites Bohrloch zurück in den Untergrund gepumpt.
Wesentlich attraktiver sind vulkanisch aktive Gebiete, in denen sich Dampflager und heißes Gestein zur Wärmegewinnung nutzen lassen. Die Wirtschaftlichkeit ist dort besonders hoch, weil in geringen Tiefen besonders hohe Temperaturen vorliegen und die Bohrkosten damit sehr gering sind.
Besonders erfolgreich sind dabei existierende Anlagen in Island, Neuseeland, Kenia, Nicaragua oder Costa Rica. In diesen Ländern trägt die Geothermie bereits zwischen 5 - 20 % zur nationalen Stromversorgung bei.
Weltweit sind etwa 17.000 MW zur Wärmegewinnung und ca. 8.000 MW elektrische Leistung vorhanden. Zum Vergleich: die installierte Leistung aller 33 Braunkohlekraftwerke zwischen Köln und Aachen betrug 1998 ca. 10.000 MW.
In Deutschland kommen für das hydrothermische Verfahren nur drei Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, in Süddeutschland zwischen Donau und Alpen und der Oberrheingraben in Frage. So werden z.Z. 25 größere Anlagen mit einer Wärmeleistung von rd. 66 MW betrieben.
Die technischen Grundlagen für einen höheren Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland liegen vor und sollten ausgebaut werden.
Weitere Informationen erhalten sie im Internet unter www. geothermal-energy.ch
Die nächste Folge aus unserer Reihe "Erneuerbare Energien" könne Sie dann im neuen Jahr hören. Wir werden uns dann mit dem Thema Nutzung der Biomasse auseinandersetzen.
Biomasse (von Jörn Schunk)
In unserem heutigen Beitrag aus der Reihe "Erneuerbare Energien" beschäftigen wir uns mit der Energiegewinnung und -nutzung aus Biomasse. Zuerst wollen wir aber der Frage nachgehen, was mit dem Begriff "Biomasse" überhaupt gemeint sein könnte. O-Ton Wie wir gerade gehört haben, gibt es verschiedene Stoffe, die wir allgemein als Biomasse bezeichnen. Biomaterialien können sowohl stofflich in der Industrie z. B. als nachwachsende Rohstoffe, als auch energetisch zur Erzeugung von Treibstoff, Wärme und Strom genutzt werden. Bei der energetischen Nutzung wird unterschieden in feste Energieträger, z. B. Holz und Stroh, in flüssige wie z. B. Pflanzenöl oder Alkohol und in gasförmige Bioenergieträger wie z. B. Biogas. Da die Anwendungsmöglichkeiten sehr vielseitig sind, möchten wir uns heute auf zwei Biomaterialien beschränken. Zum einen betrachten wir im Folgenden Holz als festen Brennstoff zur Wärmeenergiegewinnung und zum anderen ergründen wir, warum der Einsatz biogasbetriebener Blockheizkraftwerke so attraktiv ist. Aber fangen wir dort an, wo alles beginnt, bei der Sonne. Der Sonne verdankt die Erde fast alle fossilen und erneuerbaren Energieträger. Tag für Tag scheint die Sonne auf die Erde. Bei wolkenlosem Himmel fallen auf jeden Quadratmeter der Erdoberfläche durchschnittlich 1.000 Watt Sonnenenergie. Etwa 0,1 Prozent dieser Energie werden von Land- und Wasserpflanzen in Biomasse umgewandelt und gespeichert. Dieser Wert erscheint zunächst gering, stellt aber bei näherer Betrachtung ein enormes Energiepotential dar. So entspricht allein der jährliche Biomasse-Zuwachs aller Wälder der Erde 25 Mal dem Energiegehalt der jährlich geförderten Erdölmenge. Das ganze kommt durch die so genannte Photosynthese zustande. Dabei bauen Pflanzen mit Hilfe der Sonnenenergie ihre Biomasse aus dem Kohlendioxid der Luft und Wasser auf. Gleichzeitig wird der für unser Leben notwendige Sauerstoff freigesetzt. Menschen und Tiere nutzen den Sauerstoff, ernähren sich von der Biomasse und atmen Kohlendioxid wieder aus. Der Kreislauf beginnt von vom. Und genau in diesem Kreislauf liegt der eigentliche ökologische Vorteil bei der Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung. Es wird nämlich nur genau die Menge Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben, die vorher zur Bildung von Biomasse benötigt wurde. Es stellt sich also ein Gleichgewicht ein. Im Gegensatz dazu wird durch die Nutzung fossiler Energieträger wie Kohle oder Öl heute das Kohlendioxid an die Atmosphäre abgegeben, das über Jahrmillionen von Jahren gespeichert wurde.
Im ersten Teil des Beitrags haben wir etwas über den ökologischen Vorteil und die unterschiedliche Nutzung von Biomaterialien gehört. Nun wollen wir uns mit den konkreten Einsatzmöglichkeiten zweier Bioenergieträger beschäftigen - Holz und Biogas. Beginnen wir mit Holz. Jahrtausende haben Menschen Holz zur Gewinnung von Wärme und Licht sowie zum Kochen verbrannt. Die Energieausbeute in offenen Feuerstellen und einfachen Öfen war allerdings nur gering. In den Industrieländern haben sich Holzöfen- und -heizungen technisch enorm weiterentwickelt. Neben den herkömmlichen Kaminöfen, die als Zusatzheizungen dienen, sind für Zentralheizungen in Einfamilienhäusern Pellet- und Scheitholzheizungen Standard. Im großtechnischen Einsatzbereich werden vorwiegend Hackschnitzelheizungen eingesetzt. In der Regel ist die Anschaffung einer solchen Anlage teurer als die Verwendung herkömmlicher Technik auf Basis fossiler Energieträger. Die enormen Vorteile von Holz liegen in der Kostengünstigkeit des Bennstoffes, in den kurzen Transportwegen, in der Stärkung der regionalen Wirtschaft und in der Tatsache, dass allein in Deutschland jährlich 60 Millionen Festmeter Holz nachwachsen. Zusätzlich besitzt Holz eine hervorragende Primärenergiebilanz, d. h. nur zwei Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie werden zu deren Gewinnung aufgewendet, bei Heizöl liegt dieser Wert mit 10 bis 12 Prozent deutlich höher. Auch in unserer Region sind bereits eine ganze Reihe von interessanten Anlagen errichtet worden. So betreibt der Landkreis Schaumburg in der Berufsschule Stadthagen eine 410 kW Holzhackschnitzelanlage mit Brennstoff aus der Region. Und Minden wird in Zukunft das neue Krankenhaus über eine Holzheizungsanlage mit einer Leistung von rd. 2,2 MW versorgen.
Kommen wir zum Biogas. Das besteht zum größten Teil aus Methan und entsteht immer dann, wenn biologische Materialien unter Luftabschluss von Bakterien zersetzt werden. Uns interessiert aber hauptsächlich die Biogasproduktion durch die Verwertung landwirtschaftlicher Abfallstoffe wie z. B. Gülle. Neben den Abfallstoffen werden aber neuerdings auch extra so genannte Energiepflanzen wie Mais speziell für die Produktion von Biogas angebaut.
Ein gängiges Verfahren stellt die "Nassvergärung" dar. Dabei wird Gülle in einer Vorgrube gesammelt und mehrmals täglich in den Faulbehälter - Fermenter genannt - gepumpt. Im Fermenter findet der Biogasprozess statt und das bei diesem Gärprozess entstehende Gas wird in einen Folienbehälter weitergeleitet. Der dient als Pufferspeicher, so dass das Gas nun kontinuierlich ein Blockheizkraftwerk betreiben kann. Der Vorteil eines so genannten BHKW besteht in der gleichzeitigen Produktion von Strom und Wärme und dem sehr hohen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Der Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und vergütet, während die Wärme an geeignete Wärmeabnehmer wie z. B. ein Hallenbad oder ein Krankenhaus abgegeben werden kann. Mit dem 2004 modifizierten Energieeinspeisegesetz wurden die Vergütungssätze für Strom aus Biogasanlagen deutlich erhöht. Das hat zu einer großen Nachfrage für die Errichtung solcher Anlagen geführt. Bei beiden Techniken handelt es sich um ausgereifte Verfahren, die einen deutlichen Anteil an der Gesamtenergieversorgung der Bundesrepublik übernehmen können. Wer Interesse an weiteren Informationen zum Thema Bioenergie hat, dem sei die Intemetadresse www.bioenergie.ae empfohlen. Zum Schluss noch der Hinweis auf unsere Märzsendung, in der wir uns dann mit der Wasserkraft beschäftigen werden.
Wasserkraft (von Jörn Schunk)
In unserer heutigen Sendung aus der Reihe "Erneuerbare Energien" wollen wir uns mit der
Wasserkraft beschäftigen. Die Kraft des fließenden Wassers als Energiequelle zu nutzen, stellt eine der ältesten technischen Entdeckungen der Menschheit dar. Schon die frühesten Hochkulturen am Indus, in China, Ägypten oder Mesopotamien zeichneten sich u. a. durch enorme wasserbauliche Fähigkeiten aus. Es wurden große Wasserräder genutzt, um Wasser für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen oder die Trinkwasserversorgung von Städten zu fördern. Solche Wasserräder erbrachten eine Leistung, die etwa der Tagesarbeit von 15 - 20 Tagelöhnern entsprach.
Von der römischen Antike bis zum Mittelalter kamen zahlreiche neue Anwendungen für die Wasserkraftmaschinen hinzu: Getreide wurde in bootsgestützten Flussmühlen gemahlen, Metalle wurden in Hammerwerken bearbeitet und Sägewerke haben die Produktion von Holzbrettern erleichtert. In den ersten Bergwerken wurden Pumpen zum Fördern des Grundwassers und die Förderanlagen selbst mit Wasserkraft betrieben. Erst mit der Erfindung der Dampfmaschine im Jahr 1765 wurde die Nutzung der Wasserkraft aus dem Bereich der mechanischen Arbeit verdrängt.
In den folgenden Jahren ist die Wasserkraftnutzung eng mit dem beginnenden Zeitalter der Elektrizität verbunden: 1866 entwickelte Werner von Siemens die erste Dynamomaschine, Edison nahm 1882 das erste Elektrizitätswerk in New York in Betrieb und Nicola Tesla entdeckte den Wechselstrom, so dass wenige Jahre später das erste Wechselstromkraftwerk an den Niagara Wasserfällen den Betrieb aufnehmen konnte.
Auch in Deutschland spielten die Wasserkraftwerke bei der Elektrifizierung eine wichtige Rolle. So betrug ihr Anteil an der Stromversorgung Süddeutschlands zeitweise bis zu 70 %, da im Süden Deutschlands keine Kohle gefördert wurde.
Erst mit dem Einsatz billiger fossiler Energieträger wurden mehrere Tausend Kleinwasserwerke still gelegt, da sie nicht mehr konkurrenzfähig waren. Lediglich die großen Wasserkraftwerke, z. B. in den deutschen Mittelgebirgen, wurden weiterhin betrieben. Erst seit wenigen Jahren setzt die garantierte Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen diesem Trend ein Ende und führt neuerdings zu einer Reaktivierung vieler kleiner Wasserkraftwerke.
Z. Zt. beträgt der Anteil der Wasserkraft an der deutschen Stromversorgung ca. 4 % und schafft es weltweit auf rd. 18 %. Dabei sind Länder wie Norwegen, die weit über 90 % ihres Strombedarfs durch Wasserkraft decken können, durch ihre geografischen Gegebenheiten besonders begünstigt.
Im zweiten Teil unseres heutigen Beitrags über die Nutzung der Wasserkraft werden wir uns dann mit der technischen Seite der Energiegewinnung beschäftigen.
Im ersten Teil des Beitrags über die Nutzung des Wassers als Energiequelle, haben wir etwas über die historische Entwicklung der Wasserkraft gehört. Nun wollen wir uns einige technische Umsetzungsmöglichkeiten der Wasserkraftnutzung etwas genauer ansehen.
Wasser zirkuliert innerhalb der Erdatmosphäre in einem Kreislaufsystem. Die Sonnenwärme verdunstet das Wasser, so dass es als Wasserdampf in die Atmosphäre aufsteigen kann. Nach durchschnittlich 10 Tagen fällt es als Regen wieder zurück auf die Erde.
Für die Wasserkraftnutzung ist aber in der Regel nur der Teil des Niederschlags nutzbar, der über Gebieten mit einer ausreichenden Höhendifferenz zum Meeresspiegel fällt und in Bächen und Flüssen abfließen kann.
Das Wasser enthält zwei Formen der Energie: die Bewegungsenergie - auch kinetische Energie genannt - und die potentielle Energie, dass ist die Lageenergie, die durch den Höhenunterschied des herabfallenden Wassers definiert wird.
Zu Beginn der Wasserenergienutzung wurden so genannte "unterschlächtige" Wasserräder eingesetzt, die nur die Bewegungsenergie nutzen konnten. Damit ist die Kraft des fließenden Wassers gemeint, wie es sehr anschaulich bei der Schiffsmühle in Minden zu sehen ist. Erst mit Erfindung der "oberschlächtigen" Wasserräder um 1200 n. Chr. konnten dann sowohl Bewegungs- als auch Lageenergie genutzt werden. Bei diesem System wird nämlich das fließende Wasser von oben auf das Wasserrad geführt, so das zusätzlich zur Fließbewegung des Wassers der Höhenunterschied genutzt werden konnte. Diese Technik hat sich auf Grund ihres höheren Wirkungsgrades durchgesetzt.
Heutzutage kommen Wasserräder aber nur noch sehr begrenzt bei Fallhöhen unter 10 m zum Einsatz. Moderne Anlagen arbeiten mit Wasserturbinen. Diese Turbinen finden ihre unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten in Wasserkraftwerken mit verschiedenen Ausprägungen. In Talsperren z. B. wir das Wasser aus Flüssen und Bächen aufgestaut und anschließend wohl dosiert über Turbinen an den Unterlauf des Flusses wieder abgegeben. Laufwasserkraftwerke hingegen nutzen die Energie des fließenden Gewässers und so genannte Pumpenspeicherkraftwerke dienen als riesige Energiespeicher. Hier wird in Zeiten der Stromüberproduktion, wie z. B. nachts, Wasser in einen höher gelegenen Speicher gepumpt und zu einem späteren Zeitpunkt über eine Turbine wieder abgelassen.
Neben der CO2-freien Stromerzeugung bieten insbesondere Kleinwasserkraftwerke eine ganze Reihe von Vorteilen wie z. B. den Anstieg des Sauerstoffgehaltes im Unterlauf von Flüssen oder die Entfernung von Zivilisationsmüll aus dem Wasser. Andererseits gibt es auch viele gravierende Nachteile, die genauestens gegeneinander abgewogen werden müssen. So sind Großprojekte wie z. B. der "Drei-Schluchten-Staudamm" in China der mit 26 Generatoren rund ein Dutzend kleine Atomkraftwerke ersetzen soll und durch den mehrere Millionen Menschen zwangsumgesiedelt werden müssen, sicherlich sehr kritisch zu hinterfragen.
Wer zusätzliche Informationen zu diesem Thema wünscht, dem sei die Internetadresse www.thema-energie.de empfohlen.
Da wir in unserer Reihe nun alle erneuerbaren Energienquellen vorgestellt haben, beginnen wir ab Mai damit, ihnen einige innovative neue Technologien wie z. B. die Brennstoffzelle näher zu erläutern.
Blockheizkraftwerke (von Jörn Schunk)
Mit der Vorstellung der Wasserkraftnutzung in unserer Märzsendung haben wir nun alle Erneuerbaren Energieträger erläutert. Wir möchten Ihnen daher in dieser Reihe neue und alternative Energietechnologien vorstellen, die besonders energiesparend sind oder direkt die erneuerbaren Energien nutzen.
In der heutigen Ausgabe stellen wir Ihnen daher die so genannten Blockheizkraftwerke - kurz BHKW genannt - vor, die neben ihrem besonders hohen Wirkungsgrad auch die Fähigkeit besitzen Biogase oder Pflanzenöle als Brennstoff zu verwenden.
Die heute übliche Stromversorgung basiert zum wesentlichen Teil auf verbrauchsfernen Großkraftwerken. In diesen Stromerzeugungsanlagen gehen rund 2/3 der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme verloren. Auf Grund der großen Entfernungen zu den Wärmeverbrauchern kann diese Abwärme, außer in Großstädten wie z. B. Hannover, nicht zu Heizzwecken genutzt werden. Daraus ergibt sich ein niedriger Wirkungsgrad von nur ca. 35 %.
Blockheizkraftwerke hingegen greifen ein völlig anderes Konzept auf. Moderne BHKWs werden in der Nähe oder direkt bei einem Wärmeenergienutzer installiert, so dass neben der Stromerzeugung auch die Abwärme fast vollständig zu Heizzwecken genutzt werden kann. Damit können BHKWs Wirkungsgrade von über 90 % erreichen.
Sie lassen sich besonders dort umweltfreundlich und wirkungsvoll einsetzen, wo ein ausreichender Wärmebedarf vorhanden ist. Das trifft auf Hallenbäder, Krankenhäuser, Altenheime oder Wohnsiedlungen zu, in denen über einen langen Zeitraum gleichmäßiger Wärmebedarf benötigt wird. Dabei stehen viele verschiedene Leistungsgrößen zur Verfügung, die neuerdings sogar auf den Einfamilienhausbereich zugeschnitten sind.
Das Funktionsprinzip eines BHKWs ist dabei recht simpel. Die eingesetzten Brennstoffe werden zum Antrieb von Otto- oder Dieselmotoren verwendet. Diese treiben einen Generator an, der Strom erzeugt. Die Abwärme aus Kühlwasser und Abgas wird zum wesentlichen Teil über Wärmetauscher zurückgewonnen und zur Warmwasser- oder Heizenergiebereitstellung genutzt. Während der Strom meist ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird, sollte die Wärme in möglichst geringer Entfernung genutzt werden.
Als Brennstoff kommen verschiedene gasförmige oder flüssige Brennstoffe zum Einsatz. Neben Erdgas oder Heizöl ist heutzutage insbesondere die Verwendung von Biogas oder Pflanzenöl aus ökologischer Sicht von besonderer Bedeutung. Während der Einsatz von Rapsöl neben einer höheren technischen Beanspruchung der Anlagenkomponenten und des noch recht hohen Preises zur Zeit noch nicht so häufig umgesetzt wird, ist der Bau von Biogasanlagen, auf Grund der staatlich zugesicherten Einspeisevergütung, enorm angestiegen.
(Neben landwirtschaftlichen Betrieben die auch gleichzeitig die Abwärme nutzen können sind auch zentrale Großanlagen denkbar, die neben einem direkten Wärmenutzer errichtet werden.)
Abschließend lässt sich festhalten, dass der Einsatz von Blockheizkraftwerken dort besonders wirtschaftlich und ökologisch ist, wo ein entsprechender Abwärmenutzer vorhanden ist. Unter Verwendung von Biogas als Brennstoff ist zudem ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit von importierten Rohstoffen getan.
Wer weiter Informationen zu diesem Thema sucht, dem sei die Internetadresse www.bhkw-info.de empfohlen.
Abschließend noch den Hinweis auf unsere Julisendung, in der wir Ihnen die Funktionsweise und Einsatzgebiete von Wärmepumpen näher erläutern werden.
Wärmepumpen (von Jörn Schunk)
Wir alle nutzen Kühlschränke zum kühlen unserer Lebensmittel. Dazu zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf in dem Gerät ein so genanntes Kältemittel. Dieses Kältemittel nimmt Wärme im Kühlschrankinneren auf und gibt sie an der Geräterückseite wieder an die Umgebung ab.
Eine Wärmepumpe funktioniert nach dem gleichen Prinzip, nur das hier keine Kälte sondern die Wärme der Umgebung genutzt wird. Die Wärmepumpe entnimmt Wärme auf einem niedrigen Temperaturniveau aus einer äußeren Wärmequelle, z. B. Erdreich, Grundwasser oder Außenluft. Diese Wärme wird auf ein höheres Temperaturniveau angehoben, so dass sie für eine Heizungsanlage genutzt werden kann. Für diesen Temperaturhub benötigt die Wärmepumpe eine Antriebsenergie. Ziel einer guten Wärmepumpe ist es, dass die aus der Umwelt entnommene Wärme um ein Mehrfaches größer ist als die zur Temperaturanhebung erforderliche Antriebsenergie.
Wärmepumpenanlagen bestehen aus der Wärmepumpe selbst, einer Wärmequelle und einer Wärmenutzungsanlage. Die Funktion der Wärmepumpe beruht auf dem thermodynamischen Kreisprozess und benötigt ein Kältemittel, dass auch bei möglichst niedrigen Temperaturen verdampfen kann. Heute werden meist Kohlenwasserstoffe wie z. B. Propan oder Fluorkohlenwasserstoffe eingesetzt. Im Einsatz befinden sich überwiegend Kompressionswärmepumpen, die mit Elektro- oder Gasmotoren betrieben werden oder Absorptionswärmepumpen die einen thermischen Verdichter nutzen.
Als Wärmequelle dienen Erdwärme, Grundwasser oder die Umgebungsluft. Je nach Verfahren muss ein z. T. erheblicher Aufwand betrieben werden, um die Wärmequelle konstant und sicher nutzen zu können. Das macht den Einsatz einer solchen Technik im Verhältnis zu heute üblichen Heizsystemen recht teuer.
Trotzdem kann sich der Einsatz durchaus lohnen. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit aber auch die Umweltfreundlichkeit einer Wärmepumpenanlage ist die so genannte Jahresarbeitszahl. Sie gibt das Verhältnis zwischen Antriebsenergie und gewonnener Umgebungswärme an. Moderne Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen erreichen mittlere Jahresarbeitszahlen bis 4,5. Das bedeutet, dass mit 1 kWh eingesetzter elektrischer Antriebsenergie 4 bis 4 ½ kWh Wärme aus der Wärmequelle entnommen und in einem Heizsystem genutzt werden können. Bedenkt man, dass heutige Kraftwerke nur einen Wirkungsgrad von rund 36 % besitzen, bedeutet das, dass eine Wärmepumpe zum umweltfreundlichen Betrieb also mindestens eine Jahresarbeitszahl von größer drei benötigt. Je höher desto besser.
Während in der Schweiz über 30 % der Hausheizungen Wärmepumpensysteme sind, macht ihr Anteil in Deutschland lediglich 2 % aus. Trotz dieser ernüchternden Zahl stellen Wärmepumpen unter Beachtung spezieller Rahmenbedingungen ein wirtschaftlich und umweltfreundliches Heizsystem dar, dessen Potentiale in Deutschland noch deutlich ausgeweitet werden können.
Zum Schluss noch der Hinweis auf unsere Septembersendung, in der wir uns den Stirlingmotor etwas genauer ansehen werden.
ÖKohaus (von Diana Tuleweit)
Was stellen Sie sich unter einem Öko- Haus vor? So was wie ein Lebkuchenhaus, das man aufessen kann? Naja, nicht ganz. Aber nah dran, denn es heißt, dass die beim Bau verwendeten Materialien der Umwelt und dem Menschen keinen Schaden zufügen, weder bei der Herstellung, während der Nutzungsdauer noch bei der späteren Entsorgung. Auch die flir Warmwasser, Heizung und Strom benötigten Energien müssen umweltfreundlich sein. Heutige Niedrigenergiehäuser entsprechen schon nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und sind, ökologisch sowie ökonomisch gesehen. Auslaufmodelle. Beim sogenannten Passivhaus wird die äußere Hülle, also die Außenwände, so gut isoliert, dass eine herkömmliche Zentralheizung überflüssig wird. Die meiste Heizenergie geht nämlich deshalb verloren, weil Fenster und Wände nicht winddicht sind und somit ein unkontrollierter Luft- und Wärmeaustausch stattfindet. Werden diese Wärmebrücken vermieden, können bis zu 85 % Heizkosten eingespart werden.
Dazu kann man sich einer speziellen Bauweise bedienen, der Holzständertechnik, die aus mehreren Schichten Holz und einem Dämmstoff aus recycelten Zellulosefasern besteht. Mit einem solchen Luftaustauschsystem ist auch Feinstaub kein Thema mehr und die Luftqualität ist sogar besser als bei Fensterlüftung. Um sich Ökohaus nennen zu dürfen, muss so ein Passivhaus aber noch weitere Kriterien der Baubiologie erfüllen. Beim Bau werden nur naturreine Materialien verwendete Zellulosefasern als Wärme- und Schallisolierung sind nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch preisgünstiger als mineralische Dämmstoffe wie Glas- oder Steinwolle. Das Haus wird nach Süden ausgerichtet, um mit großen Fenstern die natürliche Sonnenwärme zu nutzen. Solarkollektoren sorgen für warmes Wasser. Falls man nun doch noch heizen muss, kann ein Holzpellet - Ofen eingebaut werden. Somit ist man von fossilen Brennstoffen völlig unabhängig. Nun braucht man nur noch einen Ökostrom-Anbieter in der Region oder eine Photovoltaikanlage, um auch den Strom "grün" zu erzeugen. Klingt teuer? Im Gegenteil- ein vollökologisch gebautes Passivhaus ist eine günstige Alternative und hat später keine Altlasten, die kostspielig entsorgt werden müssen. Also nicht nur fiir Gesundheit und Umwelt, sondern auch für's Portemonnaie eine gute Sache. Wenn Sie sich für ökologisches Bauen, Passivhäuser und den Baustoff Holz interessieren, verpassen Sie auf keinen Fall die Mindener Bautage am kommenden Wochenende. Dort finden Sie Architekt Handwerksbetriebe und Bauträger- alle unter einem Dach. Vom 23. bis 25. September auf Kanzlers Weide.
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